Fukushima-Gau kostet bis zu 597 Milliarden Euro

(red) Auf bis zu 70 Trillionen Yen (597 Milliarden Euro) beziffert der japanische Think Tank JCER die Gesamtkosten des Super-Gaus von Fukushima. Das ist mehr als das Dreifache der Schätzungen der japanischen Regierung. Ins Geld geht vor allem die Dekontaminierung.

Das japanische Zentrum für ökonomische Forschung (JCER) hatte noch vor vier Jahren in einer Studie mit Gesamtkosten von 70 bis 230 Milliarden Euro gerechnet. Die Regierung war damals von 40 Milliarden Euro ausgegangen. Im vergangenen Dezember war dieser Betrag in einer neuen Schätzung des Ministeriums für Wirtschaft, Handel und Industrie (METI) dann auf das Doppelte angestiegen. Die Regierung beschloss daraufhin eine Erhöhung der Strompreise, um vor allem die auf 68 Milliarden Euro geschätzten Kosten für Entschädigungszahlungen zu finanzieren. Unterschätzt worden sind aber insbesondere die Aufwendungen für die Dekontamination auf dem rund 1‘150 Quadratkilometern umfassenden Gebiet der evakuierten Siedlungen. 81‘000 Menschen mussten ihre Häuser auf behördliche Anweisung hin verlassen. Inzwischen sind nach offiziellen Angaben 780 Quadratkilometer entseucht, 57‘000 Evakuierte dürften an ihren Wohnort zurückkehren. Doch nur ein kleiner Teil, es sind vor allem Ältere, macht davon Gebrauch. Es fehlt in den Siedlungen vor allem an Infrastruktur: Geschäfte, Ärzte, kulturelle Angebote. Und es mangelt an einem Konzept zur Entsorgung von 22 Millionen Kubikmetern verstrahlten Erdreichs, das abgetragen und in riesigen Deponien zwischengelagert wurde. Das entspricht fast dem zehnfachen Volumen der Cheops-Pyramide. Auf 256 Milliarden Euro veranschlagt JCER die Entsorgungs-Kosten – das Fünffache der offiziellen Schätzung. Da fallen die mutmasslichen Kostenunterschiede für den auf 40 Jahre veranschlagten Rückbau des zerstörten AKW’s – JCER 94 Milliarden Euro, METI 68 Milliarden – schon kaum mehr ins Gewicht.

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