Einsatz von Unterwasserrobotern in den AKW-Ruinen von Fukushima-Daiichi

Tepco (Tokyo Electric Power Company), Betreiberin des AKW Fukushima Daiichi, hat einen Lagebereicht veröffentlicht Danach wurde bereits im März ein propellergesteuerter Roboter eingesetzt, um das Innere des Reaktordruckbehälters von Block 1 zu untersuchen.

Radioaktives Uran lokalisiert
Dieser Roboter konnten mithilfe von Röntgenspektroskopie ursprünglich im Reaktordruckbehälter enthaltene Elemente nachweisen, so etwa Eisen und Nickel im Innern des Reaktorkerns, Edelstahl in den wärmedämmenden Materialien, Zink im Anstrich, sowie Blei im Strahlenschutzschirm. Obwohl Uran als primäres radioaktives Nukleid in Block 1 nachgewiesen wurde, stamme es nicht notwendigerweise aus dem Reaktorkern. Es könne auch natürlich vorkommendes Uran sein. Tepco möchte nun detaillierte Untersuchungen durchführen, um die Quelle des Uran nachzuweisen.

Erschwerter Zugang durch Überflutung
Noch schwieriger wird die Aufgabe im überfluteten Block 3. Dort plant Tepco, noch diesen Sommer Messungen durchzuführen – und zwar mit einem Amphibien-Roboter, der sowohl kriechen wie auch tauchen kann. Ob dieser sich auch im dortigen Chaos zurechtfindet, ist abzuwarten. Im Mai begann das Elektrizitätsunternehmen mithilfe von Myonen - Überwachsungstechnologie weiteren radioaktiven Müll zu lokalisieren.  Im Rahmen des mittel- bis langfristigen Fahrplans zur Entsorgung will Tepco die Methoden für jeden Block  von Fukushima Daiichi festlegen. Gemäss Experten-Bericht der Nuclear Regulation Authority (NRA) hat das Elektrizitätsunternehmen schon Untersuchungen im Innern der einzelnen Druckbehältern durchgeführt, um allgemeine Bedingungen zu definieren.

Der Unterwasserroboter mit zwei Kameras an Bord sowie Messinstrumentarium soll in Block drei zum Einsatz kommen. (Bild: Tepco)


Massnahmenplan zum Rückbau
Tepco möchte sich im laufenden Geschäftsjahr (bis 31 März 2018) darauf konzentrieren, notwendige Informationen über die Form und Verteilung des radioaktiven Abfalls zu sammeln, um so die Bedingungen eines Abtransports zu bestimmen- und nicht zuletzt die entscheidenden Sicherheitsvorkehrungen für die aktuellen Entsorgungsarbeiten zu treffen.

Das wirft nochmals ein Schlaglicht auf die nicht vorhandenen Notfallszenarien: Sechs Jahre nach der Katastrophe sind Betreiber und Aufsichtsbehörde noch immer damit beschäftigt, das Ausmass des Schadens zu ermitteln. Über den teils äusserst fehlerhaften Einsatz der von Tepco eingesetzten Roboter berichtete die dailymail bereits im März. So wurde ein Roboter von den Trümmern eines Reaktors gestoppt, ein anderer blieb in einem kleinen Spalt stecken, wieder ein anderer konnte auch nach sechs Tagen keine Brennstoffe finden. Es ist zu hoffen, dass die neu eingesetzten Amphibienroboter weniger störanfällig sind.

Links:

"Wir arbeiten unter Extrembedingungen"


http://www.jaif.or.jp/en/submersible-crawling-robot-to-examine-interior-of-fukushima-daiichi-3-pcv-before-fuel-debris-is-removed/


http://www.dailymail.co.uk/sciencetech/article-4278672/Fukushima-site-robot-probes-MELTING-radiation.html

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