Schweiz: AKW-Notfallschutz ohne die Bevölkerung

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz lässt bei seiner Gesamtnotfallübung am schweizerischen AKW Mühleberg zum wiederholten Mal die Menschen aussen vor. Das kritisieren Ärztinnen und Ärzte für Umweltschutz an der Aktion.

Atomkatastrophen-Übung des Zivilschutzes Basel-Stadt 2016: Szenenbild auf einem Parkplatz.
(Arzte und Ärztinnen für Umweltschutz)

Drei Tage, vom 26. bis zum 28.9.2017, dauerte die Notfallschutzübung am AKW Mühleberg. Die GNUs (Gesamtnotfallübrungen) finden alle zwei Jahre statt. Auch diesmal wurde der Ernstfall als Trockenübung geprobt, also ohne die umliegende Bevölkerung einzubeziehen. Auch die Stadt Bern wäre von einem radioaktiven Unfall betroffen, aber Konzepte, wie die Stadtbevölkerung evakuiert werden sollte, liegen offenbar keine vor. Weiterer Kritikpunkt an der Notfallschutzverordnung für Kernkraftwerke ist die angenommene Evakuierungszeit. Sie wird, je nach Zone mit sechs, bzw. 12 Stunden angegeben. Doch entsprechende Studien über die Machbarkeit fehlen. Simulationen, wie sie für das AKW Gösgen vorliegen, seien nach einer ETH-Studie nicht übertragbar, trotzdem werden sie angewendet. Ob also die betroffenen Menschen im Notfall rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden können, ist offen.
Vollends absurd mutet dann das Referenzszenario an, das von einer mittleren Wetterlage ausgeht, die also weit weniger Radioaktivität als in Fukushima oder Tschernobyl freisetzen würde. Die Behörden gehen zudem davon aus, dass die radioaktive Wolke erst nach ungefähr sechs Stunden austreten würde, also dann, wenn der Schweizer Bevölkerungsschutz bereit ist. Der Atomunfall muss sich also behördlichen Notfallszenarien anpassen. Und wie schwer ein solcher Unfall ausfallen könnte, das beurteilen die AKW-Betreiber der Notfallschutzordnung zufolge nach geheimen Richtlinien.

Link: http://www.aefu.ch/aktuell/#c31279

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