Widerstand in Spanien und Portugal gegen offene Uran-Mine

„No, al la mina, sí a la vida“ – Nein zur Mine, ja zum Leben so das Billboard der Gegnerbewegung (Bild: WWF) „No, al la mina, sí a la vida“ – Nein zur Mine, ja zum Leben so das Billboard der Gegnerbewegung (Bild: WWF)

Berkeley Energy plant im spanischen Salamanca die größte europäische Uran-Mine zu graben. Nahe der Grenze zu Portugal sehen Gegner Grundwasser und Landwirtschaft in Gefahr. 

 
In Salamanca demonstrierten vergangenes Wochenende tausende Portugiesen und Spanier gegen den geplanten Uran-Abbau. „Prohibido el paso“ – „Einfahrt verboten“ heißt es am Zaun zur Europas größter Uran-Mine. Wenige Kilometer von der portugiesischen Grenze entfernt stehen die Bagger bereit: Das Loch soll 5400 Hektar groß werden, also so groß wie 7600 Fußballfelder. Damit wäre es der größte Urantagebau Westeuropas. Spanien würde in Liste der Top 10 weltweit aufrücken und sogar die USA und China überholen.


Aufstieg zum größten Urantagebau Westeuropas


2012 bekam der britisch australische Konzern Berkeley Energy von der spanischen Regierung Rechte für das „Salamanca Projekt“. Begonnen hat der Uranabbau bereits in der Franco Diktatur 1974. Bis zur Jahrtausendwende wurden rund 130 Tonnen Uranoxid gefördert. Berkeley Energy plant jährlich die fünfzehnfache Menge, rund 2000 Tonnen, zu fördern. Berkeley wolle für "saubere Energie für Europa" sorgen. Dass hier Brennstoff für Atomkraftwerke geschürft werden soll, die man in Portugal ablehnt, dafür aber Gefahren für die Bevölkerung und die Region drohen, will man in Portugal nicht hinnehmen. Ein Treffen der Umweltminister Spaniens und Portugals soll Mitte März stattfinden.

 

Spanier und Portugiesen demonstrieren gemeinsam gegen die Uranmine (Bild: Deutschlandfunk/Agencia EFE)
Spanier und Portugiesen demonstrieren gemeinsam gegen die Uranmine (Bild: Deutschlandfunk/Agencia EFE)

 

Widerstand gegen die Umweltverschmutzung


Berkeley habe, laut eigenen Angaben, die spanischen und europäischen Vorgaben für solche Projekte "gewissenhaft befolgt". Nach diesen Vorgaben sei eine formelle Einbeziehung Portugals auch gar nicht nötig, behauptet die Firma in einer Erklärung.
Es sind jedoch alle anliegenden Regionen betroffen – auch Portugal. "Die Luft wird verschmutzt durch Partikel, die bei den Abbauarbeiten freigesetzt werden", erklärt Bürgermeister Jorge Rodrigues im Interview. Das Grundwasser werde kontaminiert und das Oberflächenwasser sei in Gefahr. Das ist in einer Gegend, die immer wieder unter massiven Dürren leidet, von enormer Bedeutung. Der Berkeley-Chef Paul Atherley meint dagegen: "Nichts wird von der Mine freigesetzt." Man habe umfassende Luft- und Vibrations-Tests gemacht, die von unabhängigen Behörden geleitet worden seien. "Die Befürchtungen sind unbegründet."


Für wen lohnt sich das Projekt? Und wie lange?


Aufgrund der hohen Arbeitslosigkeit in der Region argumentieren Sprecher der Berkeley mit mehr Arbeitsplätzen. Derzeit werden 70 Mitarbeiter beschäftigt, später sollen es dann 150 sein. "Für einen Teller mit Linsen", werde ein "Umweltdesaster" zugelassen, erklärte Felipe Yuste auf der Demonstration. Er ist der Sprecher der Bürgerinitiative "Nein zur Mine". Der spanische EU-Kommissar für Klimaschutz, Miguel Cañete, meint, es würden "mehr Stellen zerstört als geschaffen werden.“ Die Umweltschutzorganisation WWF meint, es gehe um kurzfristige Interessen einer Firma und verweist darauf, dass die Uran-Reserven nur für 10 Jahre reichen werden. Dann werde Berkeley verschwinden, die Gegend aber auf den Altlasten und einer „ruinierten Natur“ sitzen bleiben. Auf allen Ebenen werde man gegen die Mine kämpfen. Es sind Klagen anhängig und die spanische Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Umweltvergehen. Auch die EU-Kommission prüfe das Projekt. Es sind weitere Demonstrationen der Salamanca-Project-Gegner geplant.

 

Quellen:

Die Nachrichten-Website 'heise' über den Widerstand in Spanien und Portugal gegen die Uran-Mine in Salamanca

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  • Mit seinem Film „Katanga Business“ von 2009 vermittelt der belgische Regisseur Thierry Michel nicht nur einen Einblick in die gegenwärtige Situation der Rohstoffförderung in Katanga, sondern verdeutlicht auch die eigentlichen Aufgaben eines Dokumentarfilmers – Dokumentieren statt Kommentieren.