Trump-Administration erwägt Atombombentest

Die Trump-Administration hegt Pläne, einen unterirdischen Atombombentest durchzuführen. Damit soll China, dem ebenso wie Russland von den Amerikanern vorgeworfen wird, sogenannte «low-yield»-Tests durchgeführt zu haben, an den Verhandlungstisch gezwungen werden.
Im September 1992 zündeten die Vereinigten Staaten ihre letzte Atombombe zu Testzwecken. Nun diskutiert die Trump-Administration laut einem Bericht der «Washington Post» die unterirdische Zündung einer neuen Atombombe, nachdem sie sowohl Russland als auch China vorgeworfen hat, ebensolche Tests durchgeführt zu haben. Beide Staaten bestreiten die Vorwürfe. Damit, so berichten anonyme Quellen aus einer Fachtagung von Sicherheitsexperten der Regierung, sollen beide Atommächte an den Verhandlungstisch gezwungen werden. Atombombentests jeglicher Art sind im 1996 von der UN-Abrüstungskonferenz abgeschlossenen Kernwaffenteststopp-Vertrag verboten. 183 Staaten haben das Abkommen ratifiziert. Damit dieser in Kraft tritt, fehlen die Ratifikationen der Atommächte USA, China, Indien, Israel, Nordkorea und Pakistan. Der US-amerikanische Senat hatte die Ratifizierung 1999 in der Amtszeit von Bill Clinton abgelehnt. Trumps Vorgänger Barack Obama hatte 2009 einen zweiten Versuch gestartet, war aber erneut gescheitert.
US-Präsident Donald Trump hat es sich in den Kopf gesetzt, trilaterale Abrüstungs-Abkommen mit Russland und China zu schliessen und die bisherigen bilateralen Vereinbarungen mit der Sowjetunion bzw. deren Rechtsnachfolger Russland notfalls ersatzlos zu streichen. In diesem Zusammenhang steht auch die angekündigte Aufkündigung des 1992 unterzeichneten «Vertrages über den Offenen Himmel», der Nato-Mitgliedern und jenen des ehemaligen Warschauer Paktes das Recht einräumt, die Territorien gegenseitig zu überfliegen und fotografieren. Zuvor war Trump aus einem Abrüstungsvertrag mit Russland zur Beschränkung von Mittelstrecken-Raketen ausgestiegen. Aktuell gilt nur noch das «START»-Abkommen mit Russland, das eine Beschränkung der Atomsprengköpfe auf insgesamt je 2'250 vorsieht. Beide Staaten liegen unterhalb dieser Grenze. START läuft im kommenden Februar aus. Bis jetzt ist zu keinen neuen Verhandlungen gekommen. China hat bisher alle Verhandlungsangebote der Amerikaner ausgeschlagen und scheint sich alle Optionen offenhalten zu wollen. Mit rund 250 Sprengköpfen sieht man offensichtlich noch Nachholbedarf. Nun droht nichts weniger als ein neues Wettrüsten.

 

 

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