Weniger, aber modernere Atomwaffen

13'400 nukleare Sprengköpfe weltweit weist das Stockholmer Friedenforschungsinstitut SIPRI in seinem Jahresbericht aus, fast 12'400 davon finden sich in den USA und Russland. Der leichte Rückgang um 3,5 Prozent täuscht darüber hinweg, dass massiv in die Modernisierung investiert wird. An wirkliche Abrüstung denkt keine der neun Atommächte. USA, Russland, Grossbritannien, Frankreich, China, Indien, Pakistan, Israel und Nordkorea: Nach wie vor verfügen neun Staaten über Atomwaffen und damit ein verheerendes Bedrohungspotenzial. Auch wenn die USA und Russland mit grossem Abstand über die meisten Atombomben verfügen, so haben selbst Israel mit 90 und Nordkorea mit 30 – 40 Nuklearsprengköpfen ein atomares Waffenarsenal zur Verfügung, mit dem sie zahlreiche Städte einäschern und Millionen Menschen töten könnten. Israel, Nordkorea, China, Indien, Pakistan und Grossbritannien haben ihre Arsenale ausgebaut. Das Stockholmer Friedensforschungsinstitut recherchiert in öffentlich zugänglichen Quellen. Die Recherchen werden zunehmend schwieriger, weil sich die Atommächte mehr und mehr zurückhalten, Informationen über ihre Arsenale preiszugeben. Die USA, diesbezüglich lange Jahre vorbildlich, haben im vergangenen Jahr die Praxis gestoppt, über die Grösse ihrer Atomwaffenlager zu informieren. Zu grosser Besorgnis gäben die weltweit zu beobachtenden Modernisierungen der Arsenale Anlass. Das lasse nur den Schluss zu, dass die Atommächte noch über Jahrzehnte an ihrer Politik der nuklearen Abschreckung festhalten wollen, wird Sipri-Atomwaffen-Experte Shannon Kile in der deutschen Presseagentur dpa zitiert.

Eine initiative des

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