„Eine Pandemie ist eine Art Atomkrieg in Zeitlupe“

Jeffrey Lewis, Direktor des Ost-Asien Abrüstungsprogramms sieht Parallelen zwischen dem Ausbruch eines Atomkrieges und einer Pandemie wie jener durch das Corona-Virus hervorgerufenen. Er beruft sich dabei auf seinen fiktiven Report aus dem Jahr 2018, indem Nordkorea eine nukleare Attacke auf die Vereinigten Staaten starten. 
 

9. Jahrestag der nuklearen Katastrophe von Fukushima

Am 11. März 2011 verursachten ein Erdbeben und ein Tsunami im AKW Fukushima Daiichi drei atomare Kernschmelzen. Auch neun Jahre nach der Katastrophe wird das wahre Ausmass der Schäden für Mensch und Umwelt wenn irgend möglich weiter unter den Teppich gekehrt. Der als Reaktion auf das Reaktorunglück beschlossene deutsche Atomausstieg gestaltet sich derweil äusserst zäh.
 

Atomenergie als "Treibstoff" für die Bombe

In einer neuen Publikation wird die gefährliche Rolle ziviler Atomenergie für die atomare Aufrüstung beschrieben. Die ärztliche Friedensorganisation IPPNW warnen vor dem erneuten Wettrüsten.
 

Atomwaffenverbotsvertrag tritt in Kraft

Ein kleiner Schritt für ein kleines Land, möglicherweise ein grosser für die Menschheit: Mit der Ratifizierung des Atomwaffenverbotsvertrages durch den Kleinstaat Honduras tritt am 22. Januar 2021 der erste völkerrechtlich verbindliche Vertrag in Kraft, der Atomwaffen ohne Wenn und Aber verbietet – allerdings nur in den Unterzeichnerstaaten, die das Abkommen auch ratifiziert haben. Und das sind samt und sonders atomare Habenichtse vor allem auf der südlichen Erdhalbkugel. Die Staaten, die Atomwaffen besitzen, und ihre Bündnispartner haben den Vertrag von Anfang an boykottiert, während Länder wie Schweden oder die Schweiz, die an der UN-Vollversammlung für das Abkommen gestimmt hatten, sich offensichtlich nicht getrauen, dieses auch zu unterzeichnen und zu ratifizieren – die Schweiz in vorauseilendem Gehorsam, Schweden nach massivem Druck aus den USA. In Europa haben nur Österreich, Malta und Irland den Vertrag ratifiziert, Liechtenstein hat ihn unterzeichnet. Dass alle anderen geschlossen dagegen stehen, liegt unter anderen an der NATO und dem Druck aus den USA, die nicht einmal daran denken, auf Atomwaffen zu verzichten – sie sind Teil der Abschreckungsdoktrin, wie sie seit Ausbruch des Kalten Krieges die Welt in Atem gehalten hat. Zum Club der Atombombenhalter zählen inzwischen auch Staaten wie Pakistan und Nordkorea. Während China sein Arsenal laufend ausbaut, sind die USA und Russland dabei, ihre Arsenale zu modernisieren. Das letzte Atomabkommen zwischen den beiden Staaten, New Start, das die Zahl der Atomwaffen begrenzt, steht derweil kurz vor dem Aus. Russland hat zwar eine Entgegenkommen signalisiert, doch ob die Amerikaner darauf eingehen, ist ungewiss.
 

Atomkraft durch die Hintertür

Inwieweit soll die Atomenergie, wenn überhaupt, zum Erreichen der Klimaneutralität berücksichtigt werden? Darüber gehen die Meinungen in der Europäischen Union weit auseinander. Nun stehen in Brüssel die Verhandlungen zum Klimapaket ins Haus. Das Europäische Parlament hat mit der Verschärfung der Klimaziele ein Zeichen gesetzt. Um 60 Prozent sollen die CO2-Emissionen bis 2030 gegenüber dem Referenzjahr 1990 sinken. Das ist deutlich höher gesteckt als bei der Europäischen Kommission, die von 55 Prozent spricht und dabei auch noch die Klimasenken, namentlich Wälder, in die Berechnungen mit einbeziehen will. So oder so bedarf es gewaltiger Anstrengungen, um auf diesen Kurs einzuschwenken. Viel ist derzeit von Wasserstoff die Rede, der vor allem der energiehungrigen Industrie über die Runden helfen soll. Die Herstellung ist aufwendig und braucht viel Strom. Woher dieser kommen soll, darüber wird nun gestritten. Einige osteuropäische Staaten, namentlich Bulgarien, Ungarn, die Slowakei und Tschechien, bringen die Atomenergie wieder aufs politische Parkett, wie die Süddeutsche Zeitung berichtet. Aus naheliegenden Gründen: Diese Staaten forcieren die Atomkraft. AKW’s liefern in Ungarn knapp einen Viertel des Stroms, erneuerbare Energien liegen bei einem Fünftel. In Tschechien ist jede dritte Kilowattstunde nuklear erzeugt, in der Slowakei liegt der atomare Anteil bei 27 Prozent. Ungarn plant zwei neue Reaktoren, in Tschechien produziert das AKW Temelin seit 2003. In der Slowakei sollen demnächst zwei Reaktoren ihren Betrieb aufnehmen. Zwar steht es den EU-Mitgliedern frei, wie sie die Klimaziele erreichen wollen, denen sie im Rahmen der EU-Klimapaktes zugestimmt haben. Doch ganz ohne Brisanz ist das nicht. So findet sich in einem Entwurf zu «low – carbon» - Technologien neu ein Passus, nach dem «insbesondere» erneuerbare Energien zur Wasserstroff-Produktion genutzt werden sollen. Damit, so die Süddeutsche, ist die Tür zur Atomenergie wieder einen Spalt breit geöffnet worden.
 
Die Abschaltung des Atomkraftwerkes Mühleberg ist der Schweiz der erste Schritt zum Ausstieg aus der Kernenergie. Doch der Weg ist noch lang. Die anderen völlig veralteten Atomkraftwerke bleiben noch lange am Netz. Und die Frage einer Endlagerung wird noch viele Generationen beschäftigen.
 
Wir benutzen Cookies

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.